Samstag, 28. Januar 2017

#TaniasdaysofAuthors 2 Christian Kathan

Herzlich willkommen bei meinem zweiten Autoreninterview in meiner neuen Rubrik „TaniasdaysofAuthors“ bei denen ich euch, liebe Leser, jedes Monat zwei Autoren vorstellen möchte.
Heute stelle ich euch den lieben Herrn Christian Kathan mit seiner aktuellen Serie „Lady Twilight“ vor!


     Hallo Christian! Danke nochmals, dass ich dich heute interviewen darf! Stell dich doch kurz vor und erzähl uns ein bisschen was über dich! 


Ich freue mich sehr über das Interview mit dir, Tania. Als Erstes also ein herzliches Dankeschön!
Geboren wurde ich 1970 in Koblenz, ich wuchs in sehr einfachen und bildungsfernen Verhältnissen in Nürnberg/Fürth auf und hatte eine recht schwierige Kindheit. Rückblickend bin ich jedoch fast dankbar, dass ich als Jugendlicher ziemlich auf mich allein gestellt war – so habe ich viel Zeit zum Lesen und zum Lernen gehabt. Das hat sich ziemlich ausgewirkt, wenngleich ich damals von meiner Hochbegabung noch nichts wusste.
Heute lebe ich in Berlin/Kreuzberg, bin einer der zig Tausend schwuler Singles in dieser Metropole, genieße die Hauptstadt aber sehr für seine unendlichen Möglichkeiten. 

Wie bist du zum Schreiben gekommen?  
Zum Schreiben bin ich über das Lesen gekommen. Je mehr ich als Jugendlicher las, desto größer wurde das Bedürfnis, meine eigenen Geschichten zu erzählen. Also habe ich nach vielen ersten Versuchen verschiedene Workshops besucht, um mir mein Handwerkszeug zusammen zu suchen.

Gibt es etwas oder jemanden das/der dich beim Schreiben besonders inspiriert oder motiviert? 
An Inspiration mangelt es nicht – leider oder den Göttern sei Dank: Ich entwickle mehr Ideen als ich umsetzen kann. Das mit der Motivation ist eine andere Sache, das ist harte Arbeit und der Kampf gegen ganze Horden von Schweinehunden ist nicht ohne. Da hilft mir aber meine Begeisterung über die Chance, anderen Menschen mitgeben zu können.

Hast du einen Ort an dem du besonders gerne schreibst?
Das ist definitiv mein Schreibtisch. Ich habe versucht, an öffentlichen Orten wie Cafés oder Bibliotheken zu schreiben, aber das ist nichts für mich, das ist mir zu unruhig. Ruhe hilft mir beim Fokussieren auf die Story und beim Hineinschlüpfen in die Figuren.

Gab es ein einschneidendes Erlebnis das dich als Autor geprägt hat? 
Der Tod von William Voltz war sicherlich ganz massiv prägend für mich –als Vierzehnjähriger hatte ich in ihm 1984 einen Autor entdeckt, der mir aus der Seele schrieb und noch dazu unterhaltsame Science Fiction ausbreitete. Sein plötzlicher Tod nahm mich damals sehr mit.

Ein weiteres Ereignis war sicherlich der 44-Stunden-Workshop in Wolfenbüttel mit Andreas Eschbach und Klaus Frick; dort merkte ich zum ersten Mal so richtig, was in mir steckt.

Schließlich war da auch tatsächlich die Schreibarbeit an »Schergen der Verzweiflung« (Band 1 von »Lady Twilight«); auch hier habe ich überdeutlich gemerkt, was ich eigentlich kann – das war ein ganz wichtiges Ereignis für mich.

Seit Dezember 2016 erscheint deine Mystery – Serie „Lady Twilight“ im Verlag Beyond Affinity. Es ist zwar nicht deine erste Veröffentlichung aber wie fühlt es sich an eine eigene Geschichte zu veröffentlichen?
Die Veröffentlichung jeder neuen Geschichte fühlt sich immer ein bisschen anders an. Meist überwiegt eine Mischung aus angenehmer Erleichterung, endorphinischem Wahnsinn und hoffnungsbanger Aufgeregtheit; wird der Roman gut ankommen? Werde ich richtig verstanden? Bemerken die Leser*innen die versteckten kleinen Andeutungen, die ich eingebaut habe? Bei den „Schergen der Verzweiflung“ kam hinzu, dass ich die zweite Hälfte in persönlicher Rekordzeit schrieb – also gesellten sich verblüffter Stolz und verwunderte Überraschung hinzu.

Wie bist du auf die Idee zu deiner Mystery-Serie gekommen?
Ich hatte vor einigen Jahren bei der Heftromanserie „Professor Zamorra“ angeklopft, weil ich gehört hatte, dort würden Autoren gesucht. Das wurde nichts, aber der Gedanke ans Schreiben einer Kurzromanserie ließ mich nicht los. Als ich dann (wieder einmal) einen richtig miesen Paranormal-Romance-Roman las und mich über das richtig miese Frauenbild drin aufregte, kam ich auf die Idee, beides zu verbinden. Was wäre, wenn man richtig gute Paranormal Romance als Endlosserie schreiben würde?

Der erste Teil „Schergen der Verzweiflung“ ist Ende Dezember erschienen und hat als Altersangabe 18+. Wie im Klappentext auch erklärt, liegt das wahrscheinlich an den Erotikszenen! Wie bist du auf die Idee gekommen einen Ü18 Roman zu schreiben? Bzw. war es deine Absicht oder hat es sich einfach so entwickelt? 
Erotische bzw. sexuell explizite Szenen sind ein völlig üblicher Bestandteil der Paranormal-Romance-Literatur. Das literarische Liebesspiel mit übernatürlichen Kreaturen ist ja auch in der allgemeinen Fantastik nichts Neues. Mir war von Anfang an klar, dass es Sexszenen geben wird und ich habe mich bei der Planung schon sehr aus das Schreiben der entsprechenden Passagen gefreut. Ich finde, Sex ist eine großartige Sache. 

Aktuell arbeitest du bestimmt an Folgeteilen der Lady Twilight - Serie oder? Gibt es auch andere Buchprojekte von dir an denen du momentan arbeitest?  
Aktuell arbeite ich an den Folgebänden von „Lady Twilight“ und ich hoffe sehr, dass die Serie einen festen Platz im Leben ganz vieler Leser*innen einnehmen darf. Daneben gibt es einiges Aufregendes: Eine Science-Fiction-Romantik-Novelle ist in der Planung, ich habe einige Stoffe bei Verlagen angeboten und wenn alles klappt, schreibe ich einen Roman für eine bereits laufende Romanserie.

Ich rede ja die ganze Zeit nur von deinem aktuellen Buchprojekt. Ich weiß, du schreibst auch in anderen Genres, willst du uns etwas über deine Kurzgeschichte „Ein Augenblick Unendlichkeit“ erzählen? 
Die Kurzgeschichte entstand 2009 für den Wettbewerb um den William-Voltz-Award, der Nachwuchsautoren im Bereich der Science Fiction förderte. Mit der Story konnte ich die Themen, die William Voltz in seinen Romanen immer wieder anschnitt, aufgreifen und in seinem Andenken auf meine Weise umsetzen. Ich hatte seinerzeit nicht damit gerechnet, den Wettbewerb zu gewinnen; das hat mich ziemlich umgehauen und ist noch heute eine große Ehre für mich.

Wenn du die Idee zu einer neuen Geschichte hast, schreibst du dann einfach darauf los oder planst du die Charaktere und den Verlauf der Geschichte zuerst?
Ich bin ein Planer, die Handlung und die Figuren werden liebevoll entworfen und vor dem Schreiben festgelegt. Mitunter kriegt der Plot dann zwar seine eigene Dynamik oder die Figuren machen plötzlich ganz andere Dinge, als geplant – doch das gehört dazu, dann muss man einfach umplanen und begeistert weiterschreiben.

Deine Buchreihe ist als „Serie“ deklariert, das bedeutet das in kurzen Zeitabständen neue Teile veröffentlicht werden? Wie bist du denn auf die Idee gekommen, eine Serie und keine normale Romanreihe zu schreiben? 
Die „Lady Twilight“-Romane erscheinen in regelmäßigen Abständen und haben einen kontinuierlichen roten Handlungsfaden, der sich durch alle Episoden zieht. Dieses Konzept ist im Heft- und Kurzromanbereich gängig (z.B. bei Serien wie „Perry Rhodan“), wurde aber in der Paranormal Romance noch nicht verfolgt. Das hat mich gereizt; ich will zeigen, dass nicht immer alles abgeschlossen sein muss. Das Leben ist auch keine Reihe abgeschlossener Abschnitte, wir leben alle in einer kleinen (meist recht undramatischen) Seifenoper. Ich finde es angenehm, wenn man den einen oder anderen literarischen Begleiter in seinem Leben hat. Mit „Lady Twilight“ möchte ich eine solche Begleiterin anbieten.

Was wünschst du dir als Autor von deinen Lesern bzw. was ist das schönste Kompliment, dass ein Leser dir machen kann? 
Als Autor wünsche ich mir natürlich, dass meine „Gedanken in Buchform“ die Leser*innen berühren und inspirieren, vielleicht auch begeistern. Davon zu hören, die Rückmeldung von Leser*innen zu erhalten und zu erfahren, auf welch angenehme Weise mein Schreiben ein Teil ihres Lebens wurde, das ist das Beste, was ich mir vorstellen kann. 

Ich hab mich auch ein bisschen über dich schlau gemacht, und habe herausgefunden, dass auch du zwei Katzen hast. Wie heißen deine zwei Tiger denn? Möchtest du uns ein Foto zeigen? 
Meine weiße Katze heißt Mia und ist bereits zwölf. Ihr Wurfbruder Kasimir starb im vergangenen November, also habe ich ihr eine neue Freundin an die Seite gegeben: Tiffy ist wilde sieben Monate alt, gerade rollig und ein ziemlicher Wirbelwind.
Mia

Tiffy
     Was ist das Lustigste, das dir bisher als Autor passiert ist 
Ich erinnere mich an ein sehr spezifisches Gespräch über Dämonen und Werwölfe auf einer Messe mit einem Kollegen; die vorbeigehenden Hochliteraten guckten deutlich verunsichert, auch und gerade als wir dann begannen, uns über Werwolf-Sex zu unterhalten. Das war eine recht putzige Situation.

Deine Serie ist ja mit einer eigenen Facebook – Seite ausgerüstet, so wie du, und du hast einen Autorenblog. Bist du auch in anderen sozialen Medien aktiv?
Facebook und mein Blog ist derzeit die beiden Kanäle, über die ich nach draußen aktiv bin. Instagram holt mich leider so gar nicht ab, vermutlich eine Generationssache. Aber es soll künftig YouTube-Videos geben! 

 Findest du, dass es als Autor wichtig ist in sozialen Medien vertreten und aktiv zu sein? Hat es deiner Meinung nach Einfluss auf den Erfolg eines Romans?
Der Erfolg sozialer Medien auf Verkäufe ist für mich ganz schwer zu beurteilen. Ganz ehrlich: Ich glaube nicht daran, dass man Erfolg programmieren kann. Die Leser*innen merken doch genau, ob ich aus Berechnung agiere oder mich wirklich für den Austausch mit ihnen interessiere. Ich nutze soziale Medien, um mich von Leser*innen und Kolleg*innen inspirieren zu lassen und mich mit ihnen auszutauschen. Klar mache ich auch ein paar Werbepostings, aber das ist nicht der Hauptgrund, warum ich online bin.
Ich glaube fest, dass die beste Werbung für eine Serie ihre zufriedenen Leser*innen sind. Um das zu ermöglichen, möchte ich ein Gespür dafür entwickeln, was die Menschen bewegt und was sie denken. Nur, wenn ich meine Leser*innen besser kennenlerne, kann ich sie auch richtig glücklich machen.
     
     So und zum Abschluss noch eine offene Frage: Gibt es irgendetwas was du mir und den Lesern noch erzählen oder mitteilen möchtest?
     Da könnte ich jetzt so viel schreiben … wo fange ich da an?
Ich würde mir sehr wünschen, wenn wir es in unserer Gesellschaft hinkriegen würden, wieder mehr Freundlichkeit im Umgang miteinander zu entwickeln – wir leben in einer Zeit, in der Menschen versuchen, mit Ellbogenverhalten sich gegenseitig auszubooten. Ein Schlüssel hiergegen ist Wissen und Bildung. Je mehr die Menschen beispielsweise über Philosophie, Ethik und Humanismus wissen, desto sorgsamer werden sie untereinander umgehen. Das läge mir sehr am Herzen.
Ansonsten würde ich mich freuen, wenn Ihr alle da draußen mich lesen mögt. Und mir dann auch schreibt, was das bei Euch auslöst, ob es Euch berührt und was Ihr darüber denkt.
Zuletzt möchte ich mich bei Dir bedanken, Tania, für Deine tollen Fragen … und ich hoffe, ich kann recht bald mal wieder ein bisschen aus meinem Autorenleben berichten.



Danke für das Interview lieber Christian!

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