Montag, 6. Februar 2017

[Fantasywoche] Protagonisteninterview mit T. S. Orgel





Willkommen, willkommen zu meinem ersten Beitrag zur Fantasywoche 2017.
Heute habe ich etwas ganz Besonderes für euch, liebe Leser, denn ich durfte heute nicht T. S. Orgel ausfragen (das kommt erst am Mittwoch), sondern die Protagonisten der Blausteinkrieg - Reihe.

Herzlich willkommen Sara, Thoren und Marten!
Sara ist eine Meisterdiebin, Thoren unser Puppenspieler und Marten ein Schwertkämpfer!


Meine Bücherwelt: Hallo ihr drei. Ich hoffe ihr habt Lust auf ein spannendes Interview und ich werde jedem Einzelnen von euch ein paar Fragen stellen, damit es schön interessant bleibt. Ladies first, also hallo Sara. Du bist als Straßenmädchen aufgewachsen. Was ist die wichtigste Lektion die du auf der Straße gelernt hast? 
Sara: Die wichtigste Lektion die ich im meinem Leben gelernt habe? Ganz einfach: Widersprich niemals Feyst Dreiauge. Beinahe jedes Straßenkind musste diese Lektion auf die eine oder andere Weise lernen, und für manchen von uns ist diese Sache wirklich sehr übel ausgegangen. Ich hasse diesen Drecksack dafür. Eines Tages werde ich ihn dafür büßen lassen.

Meine Bücherwelt: Du trittst mehr oder weniger freiwillig in den Dienst des Kaisers Mutter. Wie passend findest du den Job für dich? Fühlst du dich wirklich wohl? *Beobachtet Saras Reaktion neugierig* 
Sara: Es ist ein seltsames Gefühl, so plötzlich von der Straße in den Kaiserpalast zu gelangen. Das Leben am Hof ist so völlig anders als es in der Gosse war. Oder nein, wenn ich länger darüber nachdenke, dann unterscheiden sich diese beiden Welten gar nicht mal so sehr voneinander. Hier mag zwar alles strahlender und schöner erscheinen als draußen, aber unter der glänzenden Oberfläche liegt der gleiche Dreck begraben. Die Menschen hier können ebenso rücksichtslos und hinterhältig sein, wie Feyst und seine Bande. Der einzige Unterschied ist, dass sich eine Intrige auf ungleich mehr Menschen auswirken kann, vielleicht sogar auf das gesamte Kaiserreich.
Ob ich mich hier wirklich wohl fühle? Es geht mir zumindest nicht schlechter als bei Feyst, und ich muss mir keine Gedanken mehr darübermachen, woher ich die nächste Mahlzeit stehle.  Das ist doch immerhin etwas. Vielleicht kann ich hier aber auch endlich einmal etwas bewirken. Die Dinge verbessern, verstehst du? Für Flynn und für die anderen Straßenkinder.


Meine Bücherwelt: Als letzte Frage für dich habe ich etwas über dein Handwerk. Du wirst gefeiert als Meisterdiebin. Ich weiß, dass du auf der Straße ums Überleben kämpfen musst, aber hast du manchmal Zweifel? Denkst du manchmal auch an deine „Opfer“ oder interessieren dich die höher Gestellten nicht?
Sara: Hast du schon einmal echten Hunger gelitten? Ich meine nicht das normale Magenknurren, sondern dieses Gefühl, als würdest du von innen her ausgezehrt, weil du tagelang schon nichts mehr zu dir genommen hast. Nein, für uns Straßenkinder blieb kein Raum für Zweifel. Wer Skrupel hatte, der überlebte nicht lange. Wobei ich immerhin Glück hatte und mir durch meine Gabe bei Feyst einige Privilegien erarbeiten konnte. Also … ja, vielleicht habe ich mir manchmal doch mehr Gedanken gemacht, als notwendig war. Das hatte ja letztlich auch zur Folge, dass ich den Puppenspieler kennengelernt habe. Aber frage mich um Himmels Willen nicht, ob das nun eine gute Entwicklung war oder nicht ...

Meine Bücherwelt: Danke für die ehrlichen Antworten Sara! Der nächste in meinem Interview ist unser Schwertkämpfer Marten. Hallo Marten, ich freue mich schon auf deine Antworten. Hier ist meine erste Frage für dich: Was ist/war deine größte Motivation als Schwertkämpfer? 
Marten: Hallo auch. Danke für die Gelegenheit zu diesem Interview.
Interessante Frage. Noch vor wenigen Wochen hätte ich etwas Geschwollenes geantwortet. Eine Antwort, wie sie meine Mutter und meine übrige Familie gern gehört hätten. Vermutlich irgendetwas von Ehre, Dienst am Kaiserreich, dem höchsten Vergnügen, mit meinem Leben für Krone und Vaterland zu stehen. Du weißt schon – all diese Dinge, die jemand, der wie ich, der aus einer alten Offiziersfamilie in mindestens fünfter Generation stammt, bereits eingetrichtert bekommt, bevor er laufen kann.
Aber nachdem das ja jetzt alles zweitrangig ist – lass mich ehrlich sein:
Das Geld ist gut, die Frauen fliegen scharenweise auf einen durchtrainierten Mann in den Farben der Kaiserlichen Leibgarde, die Karrierechancen sind gut und als Schwertmann hat man auch abseits von Turnier und Übungsplatz kaum Gelegenheit, sein Leben tatsächlich für seine kaiserliche Hoheit wegzuwerfen. Das gehört im Übrigen auch zu den Gründen, warum ich meinem Bruder nicht in den Dienst des Ordens gefolgt bin. Diese Idioten gehen hinaus an die Grenzen des Reiches und lassen sich von Wilden abschlachten. Im Ernst – nicht mit mir. Dachte ich. Das ging ja dann schön nach hinten los, wie du vielleicht weißt.

Meine Bücherwelt: Wie ist deine Einstellung zum ach so beliebten „Blaustein“? Zweifel? Sucht? Verlangen?
Marten: Blaustein. Ich finde es, ehrlich gesagt, schade, dass er bei mir so gut wie nichts bewirkt. Ich schätze, ich bin so wenig begabt, wie ein Türpfosten. Ein sehr unbegabter Türpfosten. Gut, andererseits bedeutet das wohl auch, dass ich nicht verflucht bin, und mich mein ach so heiliger Ordensritter-Bruder nicht aus lauter Pflichtgefühl umbringen muss. Trotzdem. Ich habe gehört, dass ein Agetrausch mit fast nichts zu vergleichen ist – und was Leute mit dem Fluch damit anstellen können … Ich meine, fliegen, durch Wände gehen, unverwundbar sein, mit Feuer um sich werfen, Dinge mit der bloßen Kraft der Gedanken bewegen – wer, der noch alle Tassen im Schrank hat, würde das nicht können wollen? Angst davor zu haben, das ist, glaube ich, etwas für ungebildete Abergläubische. Diese Frage stelle ich mir seit einer Weile: Was ist eigentlich so schlimm an diesen Fähigkeiten, dass man sie derart gnadenlos verfolgen muss, wie es der Orden tut. Ich meine – man kann doch eigentlich einen wirklichen Haufen guter, nützlicher Sachen damit anstellen. Das nicht für das Reich zu nutzen ist doch eigentlich bescheuert, oder? Wer wirklich Fieses damit anstellen will, der wird es ja trotzdem tun. Irgendwas geht da für mich an der Rechnung des Ordens nicht auf …
Und was die Nebeneffekte angeht – es ist doch wie mit dem Suff. Der eine hat’s im Griff, der andere geht daran zugrunde. Ich habe es bisher immer im Griff gehabt. Aber naja. Aget, also Blaustein, ist wohl nicht für mich gedacht.

Meine Bücherwelt: Okay und zum Abschluss noch eine persönlichere Frage. Marten, sei ganz ehrlich. Könntest du ein Erlebnis in deiner Vergangenheit verändern, was wäre es und wieso? 
Marten: Ein Erlebnis in meiner Vergangenheit? Tja, ich schätze, ich hätte mich nicht von Danil dazu überreden lassen sollen, mein Geld bei Feyst Dreiauge zu verspielen. Dann hätte ich meine Stelle als Schwertmann schuldenfrei antreten können, dieser ganze Scheiß in Berun wäre nicht passiert, und, naja, Danil wäre vermutlich noch am Leben. Naja, so bekomme ich eben all die guten Mädchen. – So gesehen: Vermutlich würde er das noch viel dringender ändern wollen als ich. Auf jeden Fall würde ich dann nicht im Macouban festsitzen. Aber andererseits hätte ich dann vielleicht nIcht erfahren, warum ich anders bin als der Rest meiner Familie. Ich wusste schon immer, dass ich zu Größerem bestimmt bin. Am Ende ist doch alles zu irgendetwas gut. Ich glaube, ich konzentriere mich lieber darauf, einige Ereignisse in meiner Zukunft zu verändern! Sobald ich wieder in Berun bin.

Meine Bücherwelt: Danke für deine Antworten! Und jetzt zu dir Thoren. Du bist der sogenannte „Puppenspieler“. Was hältst du von diesem Spitznamen? Würdest du ihn gerne verändern? 
Thoren: Den Spitznamen hat mir erstmals Sara verliehen. Übrigens ein aufgewecktes und sehr vielversprechendes Mädchen, in dem deutlich mehr steckt, als es auf den ersten Blick scheint. Ich finde diesen Namen recht schmeichelhaft und vielleicht sogar irgendwie passend. Mag schon sein, dass ich an den Fäden ziehe und die Darsteller wie ein Puppenspieler lenke - aber wie ich bereits einmal erwähnte, schreibt die Geschichten ein anderer.

Meine Bücherwelt: *Beäugt Thoren komisch* Okay, und wieso ausgerechnet das „ziehen der Fäden“? Was interessiert dich daran? Sind es die Intrigen? Die Überlegenheit?
Thoren: Überlegenheit … (Thoren stößt ein trauriges Lachen aus) Ich habe vielleicht eine Vorgeschichte die manche Menschen glauben lässt, dass mich die Überlegenheit oder die Macht reizen würde, aber ich denke nicht gern an diese Zeiten zurück. Ich war kein guter Mensch, soviel ist sicher. Nein, es ist etwas Anderes. Ich würde es als Wiedergutmachung bezeichnen, als eine Art Sühne. Ich möchte noch einmal etwas Gutes bewirken, dem Reich und den Menschen die darin leben, im positiven Sinne dienen. Das ist eine schier unlösbare und manchmal auch recht schmutzige Aufgabe, die mich an meine Grenzen bringt, die ich aber mit ganzer Kraft erfülle. Denn das habe ich ihr … ich meine dem Kaiser geschworen.

Meine Bücherwelt: Du bist ein sehr mysteriöser Charakter, nicht? Die rechte Hand der Kaiserinmutter erzählt man sich *sieht ihn sehr eindringlich an*
Was springt für dich dabei heraus?
Thoren: Ann Revin? Wieso bringt Ihr die Mutter des Kaisers ins Spiel? Ich beschütze sie, das ist wahr. Das ist ja auch meine Aufgabe. Sie ist eine äußerst integre Person, die all ihre Kräfte einzig dem Erhalt des Kaiserreichs widmet. Sie ist ein Vorbild für die Menschen, eine wahre Regentin. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ich finde, es ist langsam genug mit Euren unverschämten Fragen. Ich habe wirklich wichtigere Dinge zu tun, als mich von Euch ins Kreuzverhör nehmen zu lassen ...

Meine Bücherwelt: Danke euch Dreien für das Interview! Zu allerletzt könnt ihr, wenn ihr wollt noch eine Nachricht an eure Fans und Leser hier schreiben! 
Marten: Gern geschehen und gleichfalls. Eine Nachricht an meine Fans? Freunde, Marten kommt zurück. Sobald das hier im Macouban geklärt ist, komme ich zurück und dann wird sich einiges ändern. Kriegsheld und so. Es wird genug Anlass zum feiern geben! Wir werden schon dafür Sorgen, dass in der Stadt kein Stein auf dem anderen bleibt! Versprochen. Und bis dahin: Bleibt mir treu und ich halte euch über den Rest der Geschichte auf dem Laufenden.
Sara: Dieser Marten ist wirklich ein Einfaltspinsel. Glaubt ihm bloß nicht, wenn er Euch weismachen will, dass das Ganze hier ein schönes Märchen ist, in dem sich der Bauernjunge als der verlorene Königssohn entpuppt, am Abend den Tag rettet, und die Prinzessin heiratet. Das echte Leben ist anders. Und manchmal ziemlich gemein.
Thoren: Alles wird gut. Vertraut mir. Denn ich würde Euch niemals anlügen.

Kommentare:

  1. Super schönes Interview.... hat mich wirklich neugierig gemacht! Lieben Dank dafür!!!

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    1. Hallo :)

      Das freut mich sehr!
      Hoffe die Woche bleibt für dich interessant!
      Liebe Grüße

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  2. Das ist eine tolle Idee mit den Protagonisten-Interviews. Das kannte ich bis jetzt noch nicht :-D. Gefällt mir super gut!! Tolle Fragen und auch super Antworten. lg Nadine von Nannis Welt

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    1. Freut mich wenn es dir gefällt! Wünsche dir noch viel Spaß bei der Fantasywoche!
      Liebe Grüße,
      Tania

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