Samstag, 11. Februar 2017

#TaniasdaysofAuthors Interview mit Julia K. Dibbern

Herzlich willkommen bei meinem dritten Autoreninterview in meiner neuen Rubrik „TaniasdaysofAuthors“ bei denen ich euch, liebe Leser, jedes Monat zwei Autoren vorstellen möchte.
Heute stelle ich euch die liebe Autorin Julia K. Dibbern vor! Sie schreibt Romane aber auch Sachbücher. Eines ihrer Bücher („Wenn ich dich nicht erfunden hätte“) durfte ich als Rezensionsexemplar lesen, meine Rezi findet ihr auch HIER!


Hallo Julia! Danke nochmals, dass ich dich heute interviewen darf! Stell dich doch kurz vor und erzähl uns ein bisschen was über dich!
Als Jugendliche hatte ich Brieffreunde in aller Welt (so richtig, auf Papier), und, ehrlich gesagt, fand ich die Introbriefe mit „Ich heiße Soundso, bin soundsoalt, habe ein Haustier und meine Hobbys sind‟ nie so richtig prickelig. Eine meiner besten Brieffreundinnen schrieb mir als erstes einfach eine Postkarte, auf der stand: „Do you want t new pen pal? I sure would!‟
Insofern sag ich hier einfach nur: Wollt ihr ein tolles neues Buch kennenlernen? Ich hätte da eins. :-)
(Mann, Kind, Hund, derzeit nur zwei Kaninchen, schwimmen, lesen, weder nähen noch kochen – um das andere abzudecken)

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das weiß ich echt nicht mehr. Ich habe immer schon Sachen aufgeschrieben und mir Geschichten ausgedacht. Das erste, was erhalten ist, ist eine Bedienungsanleitung für einen Staubsauger, da war ich vier oder fünf und habe offensichtlich das erste Mal verstanden, dass Schrift dazu dient, sich gegenseitig etwas mitzuteilen. Dass man mit diesem Medium auch Geschichten erzählen kann, habe ich dann verstanden, als ich anfing selbst zu lesen. Ich erinnere mich noch sehr genau, wie sehr ich die Bullerbü-Bücher geliebt habe, die ich zum Geburtstag bekam.

Gibt es etwas oder jemanden das/der dich beim Schreiben besonders inspiriert oder motiviert?
Ganz klar: Mein Ink Rebels Büro. Besonders

Hast du einen Ort an dem du besonders gerne schreibst?
Am Strand. Ich liebe es, mit einem Notizbuch am Strand zu sitzen und zu schreiben. Und ich „schreibe“ auch sehr viel, wenn ich spazieren gehe. Dann sortieren sich die Gedanken sehr schön, und ich muss sie dann nur noch zu Papier bringen, wenn ich wieder ins Haus komme.

Gab es ein einschneidendes Erlebnis das dich als Autorin geprägt hat?
Schwierige Frage. Ich glaube am wichtigsten waren zwei meiner Deutschlehrerinnen, die mich in der Liebe zum Schreiben unterstützt haben. Bei einer von ihnen konnte man in den Deutschklausuren immer ein freies Thema wählen. Ich musste also nicht langweilige Theoriefragen beantworten, sondern konnte statt dessen Kurzgeschichten schreiben, die teilweise nur am Rande mit dem Thema zu tun hatten.

Ich durfte „Wenn ich dich nicht erfunden hätte“ ja lesen und wollte jetzt ganz einfach fragen: Wie bist du auf diese Idee gekommen?
Das weiß ich echt nicht mehr. Es war eine Idee, die über viele Jahre heimlich gewachsen ist und dann plötzlich da war. Manche Romanideen kommen bei mir so scheinbar aus dem Nichts, andere hängen sich an aktuellen Anlässen auf. Das hier war eine von den ersten. Mich hat einfach immer schon fasziniert, warum Menschen ticken, wie sie ticken. Und was passiert, wenn zwei aufeinander treffen, die sehr unterschiedlich „programmiert‟ sind.

Gibt es Personen in deinem Roman die an echte Personen, evtl. auch aus deinem näheren Umfeld, angelehnt sind?
Wenn das so wäre, würde ich das hier nicht sagen, um diese Personen zu schützen. :-) Aber im weiteren Umfeld kenne ich einige Leos und die dazugehörigen Lorisse. Das scheint mir eine relativ klassische Kombination zu sein. (Wobei es die Rollenverteilung natürlich auch andersrum gibt, nur, wie mir scheint, viel seltener.)

Leo ist ja eine sehr tolle Protagonistin, wird aber von ihrer besten Freundin oft irgendwie missverstanden und ein bisschen für blöd verkauft. Wärst du eher eine Leo oder eine Miri?
Definitiv Leo. Ich finde sie im Übrigen gar nicht so naiv, wie einige Leser gesagt haben oder wie Miri denkt. Sie macht da gerade diese krasse Erfahrung, dass sie Loris seit Jahren aus ihren Geschichten kennt, und plötzlich steht er leibhaftig vor ihr und ist auch noch nett und charmant – wen würde das nicht von den Socken hauen? Wenn meine beste Freundin allerdings ihre Leo-Momente hat, werde ich auch leicht zur Miri.

Auf deiner Autorenseite habe ich entdeckt, dass du wohl bald einen neuen Roman veröffentlichen wirst. Noch ist es ein Geheimnis aber kannst du uns nicht ein bisschen was erzählen? 
Klar. Das Buch („Wolkendämmerung“) kommt im Frühsommer bei Ink Rebels. Die Geschichte spielt in Südkalifornien, und mein Protagonist ist in dem Fall ein Junge: Nicholas ist 17, kann begnadet fotografieren und wird deswegen angeheuert, auf einem Forschungsschiff für eine Klimaschutzmission Bilder zu machen. Es wird unangenehm für ihn, als er dabei ein paar Sachen erfährt, die nicht für ihn bestimmt waren. So ganz grob. :-) Natürlich gibt es auch Freundschaft und Liebe und ein bisschen Alltagsmagie.

Gibt es aktuell ein Buchprojekt oder vielleicht sogar mehrere an denen du arbeitest?
Einmal überarbeite ich „Wolkendämmerung“, damit es dann ins Lektorat kann. Ich habe das Buch vor zwei Jahren geschrieben und bin mir noch nicht ganz klar darüber, inwieweit ich die Geschichte daran anpassen muss, dass es in Amerika offiziell keinen Klimawandel mehr gibt...
Und ich schreibe an einem neuen Sachbuch, das in meinem Kopf den Arbeitstitel „Die Tyrannenlüge“ hat. Es geht darum, dass„die Jugend von heute“ in Wirklichkeit überhaupt gar nicht immer schrecklicher wird. Wie es dann letztendlich heißen wird, legt der Verlag fest.
Und dann kreisen natürlich schon wieder neue Romanideen durch meinen Kopf. Im Moment hätte ich große Lust dazu, eine Fortsetzung für „Wenn ich dich nicht erfunden hätte“ zu schreiben, aber das muss ich erst im Büro durchsprechen. Ich mag es nicht, wenn zweite Bände gegen die ersten abfallen, wie das leider so oft der Fall ist – also müsste da schon auch etwas Wumms her.

Du schreibst ja nicht nur Romane, sondern auch Sachbücher. Wie kommts das du in zwei so unterschiedlichen Genres schreibst?
So unterschiedlich, wie es auf den ersten Blick scheint, ist das gar nicht. Letztlich geht es immer darum: Wie funktionieren Beziehungen zwischen Menschen? Und wie funktionieren Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt?

Wenn du die Idee zu einer neuen Geschichte hast, schreibst du dann einfach darauf los oder planst du die Charaktere und den Verlauf der Geschichte zuerst?
In der Regel plane ich den Verlauf grob, kenne Grundthema, Anfang, Ende und Wendepunkte. Dann schreibe ich mich warm, um die Charaktere kennenzulernen. Das sind  die ersten fünf bis fünfzig Seiten, die ich später wegwerfe oder komplett umschreibe. Danach mache ich einen relativ genauen Plan, was wann passiert, und dann kann die Geschichte losgehen.

Was wünschst du dir als Autorin von deinen Lesern bzw. was ist das schönste Kompliment, das ein Leser dir machen kann?
Oh, da gibt es so vieles! Insgesamt sind Rückmeldungen toll. Als Autorin zu erleben, wie Bücher bei den Lesern ankommen, ist das größte Geschenk.
Und „Ich hab dein Buch gelesen, es hat mich unglaublich berührt (und ich hab fünf Sterne beim großen A hinterlassen)‟ gehört natürlich zu den All-time favorites. ;-)

Um noch einmal auf deinen Roman zurückzukommen, wie bist du auf die Idee zu diesem wundervollen Cover gekommen? Hattest du von Anfang an eine ungefähre Vorstellung oder hat sich das Cover eher langsam entwickelt.

Das war eine extrem lange Reise mit vielen Irrungen und Wirrungen. Hier habe ich das zusammengefasst. http://all-access.juliadibbern.de/2016/09/07/cover-evolution/ 

Was ist das Lustigste, das dir bisher als Autorin passiert ist?
Meine Leute werden immer so lebendig! Als ich gerade an „Wolkendämmerung‟ schrieb, musste mein Mann beruflich nach Kalifornien, und ich habe ihm allen Ernstes aufgetragen, er möge bitte Nicholas grüßen, falls er ihn trifft. Erst dann fiel mir auf, dass dieses Treffen eher unwahrscheinlich ist.

Du hast ja eine Facebook-Autorenseite und auch eine eigene Website, bist du auch in anderen Sozialen Medien vertreten oder reichen dir diese zwei Kanäle?
Ich versuche, mein Sachbuch-Ich von meinem Roman-Ich zu trennen, deswegen habe ich tatsächlich gleich zwei Autorenseiten bei Facebook, was mich manchmal ein bisschen überfordert. Dann mache ich ein bisschen was auf Twitter (was mich ebenfalls überfordert) und Instagram.

Findest du, dass es als Autorin wichtig ist in sozialen Medien vertreten und aktiv zu sein? Hat es deiner Meinung nach Einfluss auf den Erfolg eines Romans?
So anstrengend das manchmal ist, so viel Spaß macht ja der direkte Austausch mit den Lesern durch die sozialen Medien auch. Ich glaube schon, dass Erfolge auch damit zusammenhängen, zumindest, solange man keinen großen Verlag mit großer Marketingmaschine und da dann noch das Glück hat, eine gute Programmplatzierung zu bekommen.

So und zum Abschluss noch eine offene Frage: Gibt es irgendetwas was du mir und den Lesern noch erzählen oder mitteilen möchtest?
Dazu fällt mir diese Postkarte mit dem kleinen Jungen ein, auf der steht: „Du fragst mich, was soll ich tun? Und ich sage dir: Lebe wild und gefährlich, Arthur!‟
In diesem Sinne: Seid frei und frech und wunderbar, und lebt wild und gefährlich.
Und lest mein Buch.

Danke für das Interview liebe Julia!
Sehr gern. Danke für die schönen Fragen.

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