Montag, 17. April 2017

#TaniasDaysofAuthors Interview mit Manuel Bianchi

Heute stelle ich euch im Zuge meiner Rubrik #TaniasDaysofAuthors, den lieben Herrn Manuel Bianchi mit seinen Büchern vor!



Hallo Manuel! Danke nochmals, dass ich dich heute interviewen darf! Stell dich doch kurz vor und erzähl uns ein bisschen was über dich! 
Hallo, und vielen Dank nochmal, dass ich mich hier vorstellen darf. Ich heiße Manuel Bianchi (kein Pseudonym), bin 40 Jahre alt und wohne mit meiner Lebensgefährtin und unserem gemeinsamem Sohn (3 ½) im Süden der Hansestadt Bremen. Hauptberuflich bin ich Programmierer, dabei hatte ich ursprünglich Bankkaufmann gelernt. Bin aber auch noch bei meinem Lehrbetrieb beschäftigt. Wobei ich das als meinen „Brotjob“ ansehe, ein Begriff, den ich von Andreas Eschbach übernommen habe. Wäre natürlich schön, wenn ich irgendwann vom Schreiben leben könnte. Aber das ist ein langer und steiniger Weg.

Bevor wir jetzt zu den allgemeinen Fragen kommen möchte ich unbedingt wissen wie es dir beim #readmyshort Wettbewerb von BoD ergangen ist? 
Der #readmyshort Wettbewerb war eine interessante Erfahrung, die mich aber auch an emotionale Grenzen geführt hat. Gegen Jahresende 2016 war ich noch gut im Rennen. Aber danach kamen immer mehr Wettbewerber dazu, die dann erfolgreicher dabei waren, ihre Follower und Fans zu aktivieren. Kurz gesagt, ich hab nicht gewonnen. Zumindest nicht den Hauptpreis. Aber es haben alle Teilnehmer einen Gutschein über eine BoD Classic Veröffentlichung bekommen, die mir gut gelegen kommt. Und meine Kurzgeschichte habe ich einfach nochmal neu veröffentlicht, mit neuem Cover, für 0€. Quasi als Marketing-Aktion. Außerdem habe ich alle, die bei readfy für mich abgestimmt haben (egal, wie viele Sterne die mir gegeben haben) in eine Facebookgruppe eingeladen, damit diese teilhaben können an der nächsten Geschichte, die ich schreibe, am ganzen Schreibprozess. Das stelle ich mir sehr interessant vor. Leider konnte ich nicht alle erreichen, die Kommunikationsmöglichkeiten in der readfy-App sind leider sehr beschränkt und readfy selbst konnte mir aus verständlichen Gründen nicht die Emailadressen aller Rezensenten offenbaren (Datenschutz und so). Also, sollte das hier jemand lesen, rein zufällig, der bei readfy die Story „Bergström und das Ei“ gelesen und bewertet hat, und auch in diese Gruppe möchte, schreib mir eine Nachricht! Am besten über meine FB-Seite.

Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Ich war im Grunde Zeit meines Lebens eine Art Bücherwurm. „Schuld“ daran sind wohl meine Eltern, die mich und meine Brüder, sobald wir lesen konnten, beständig mit neuen Comics und Heftromanen vom Flohmarkt versorgt hatten. Micky Maus, Donald Duck, YPS, Asterix, Lucky Luke, dazu die Heftromane von John Sinclair, Perry Rhodan und was es sonst noch so gab in den frühen 80ern. Und bevor wir lesen konnten, hatten wir Hörspiele. Das fing an mit TKKG, Fünf Freunde, später kamen die drei ???, Jan Tenner, Commander Perkins und natürlich die berühmte neonfarbige Gruselreihe von H.G. Francis. Immer wenn ein neues Hörspiel rauskam, gab es bei uns einen Hörspielabend. Dazu schob mein Vater dann unsere Sofas zusammen, so dass wir eine Art Bett hatten im Wohnzimmer, auf dem wir uns zu viert zusammenkuschelten, um dem Hörspiel zu lauschen.
Das ist im Grunde der Ursprung meiner Affinität zu Büchern und Geschichten.
Aber selbst aktiv zu werden, kam mir lange Zeit gar nicht in den Sinn. In der Mittelstufe hatte ich versucht, Fortsetzungsgeschichten in der Schülerzeitung zu etablieren. Aber die Resonanz dazu war gleich Null. Nicht, dass die Leute es schlecht gefunden hatten, es hatte sie einfach nicht interessiert. Ich denke, durch diese Erfahrung hab ich das Schreiben von Geschichten erst mal ad acta gelegt.
Mein Erweckungserlebnis kam dann erst 2006. Ich war schon lange ein Fan von Andreas Eschbach und war merkwürdig stolz darauf, dass ich das Jesus-Video gelesen hatte, bevor überhaupt von einer Verfilmung die Rede war. Trotzdem hatte ich erst in diesem Jahr „entdeckt“, dass der Autor auch eine Internetseite hatte. Und dort sah ich sie dann, diese berühmt-berüchtigte Kategorie „Über das Schreiben“. Noch im selben Jahr landete ich dann bei den Geschichtenwebern und schrieb meine ersten zwei Kurzgeschichten, die beide in Anthologien aufgenommen wurden.

Gibt es etwas oder jemanden das/der dich beim Schreiben besonders inspiriert oder motiviert? 
Inspiration kommt ja aus so vielen verschiedenen Quellen. Aber was mir hilft, die Ideen weiterzuspinnen, zu entwickeln, ist ein Ausspruch von Friedrich Dürrenmatt: „Eine Geschichte ist erst dann auserzählt, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.“
Dazu ein kleines Beispiel:
Was wäre das Schlimmste, was einem Mann bei einem One-Night-Stand passieren könnte? Wenn du jetzt sagst, dass sie ihm den Schwanz abbeißt und er an der Wunde verblutet, dann hast du noch nicht weit genug gedacht. Da geht noch mehr.
Was das Thema Motivation angeht, da musste ich grad neulich erst über etwas nachdenken, was Andreas Eschbach mal geschrieben hatte. Es ist im Grunde der Tod, der uns im Nacken sitzt, und die mit ihm einkehrende Bedeutungslosigkeit. Im März diesen Jahres sind drei Personen in meinem Umfeld vor ihrer Zeit an Krebs gestorben, eine entfernte Verwandte, eine Kollegin, und ein Schriftsteller, den ich sehr mochte. Alle vor ihrer Zeit. Alle quasi unvollendet. Ich selbst habe mir vorgenommen mindesten neunzig zu werden. Da hätte ich dann noch viel Zeit zum Schreiben.

Hast du einen Ort an dem du besonders gerne schreibst?
Im Grunde nicht. Zu Hause schreibe ich halt auf der Couch. Wenn ich unterwegs bin, habe ich meistens ein Notizbuch dabei, für Gedichte oder besondere Einfälle.

Gab es ein einschneidendes Erlebnis das dich als Autor geprägt hat?
Kein besonderes Erlebnis. Aber ich denke, dass die Zeit mit den Hörspielen mich stark geprägt hat. Dialoge gehen mir sehr gut von der Hand.

Auf epubli habe ich 4 Bücher von dir gefunden. Sie tragen die Namen „Treibgut“, „1569 Silben“, „Zwischen zwei Küsten“ und „Die Epoche des Silbenerzählers“. In welche Genres würdest du deine Bücher einordnen.?
Das sind alles Gedichtbände. Dabei habe ich erst 2014 angefangen, mich verstärkt mit Lyrik zu befassen. Angefangen hatte das mit Haiku. Später habe ich dann auch andere, längere Gedichte geschrieben. Der nächste Gedichtband ist auch schon fast fertig und müsste demnächst erscheinen.

Wie kommst du auf die Ideen für deine Geschichten bzw. Veröffentlichungen? 
Die Ideen kommen meistens, wenn ich bestimmte Dinge etwas weiter denke. Frei nach Dürrenmatt (s.o.). Vielleicht noch ein Beispiel dazu: Meine erste veröffentlichte Kurzgeschichte hieß „Aleph Null“ (in der Anthologie „Darwins Schildkröte“ im Fabylon-Verlag, leider vergriffen). Darin ging es um ein Hotel mit unendlich vielen Zimmern. Das ist im Grunde ein Gedankenexperiment aus der Mathematik, dort bekannt als Hilberts Hotel, in der es um die Verdeutlichung von unendlichen Zahlen geht. In diesem Hotel könnte es z.B. passieren, dass alle Zimmer belegt sind. Unendlich viele Zimmer, aber auch unendlich viele Gäste. Aber dann erscheint ein neuer Gast und möchte auch ein Zimmer. Im Gedankenexperiment lässt sich dieses Problem leicht lösen, in der wirklichen Welt steht man allerdings vor ungelösten logistischen Problemen, wenn man versucht, die in Gedanken so einfache und plausible Lösung zu koordinieren. Das Thema mit dem Hotel hat mich auch bis heute nicht losgelassen, für 2018 oder 2019 habe ich geplant, daraus einen Roman zu machen.

Noch sehr spannend finde ich die zwei Titel „Metamorphosen: Auf den Spuren H.P. Lovecrafts“ und „Die Klabauterkatze und andere Fundstücke des Grauens: Auf den Spuren H.P. Lovecrafts“. Kannst du mir und den Lesern ein bisschen mehr über die zwei Bücher erzählen?
Das sind die Bände 1 und 2 der Reihe „Auf den Spuren H.P. Lovecrafts“. Wir waren damals 2007 im Forum der Geschichtenweber auf der Suche nach einem Thema für die nächste Ausschreibung. Ich war damals noch recht neu im Forum und bin deswegen vielleicht auch etwas unvoreingenommener an gewisse Themen rangegangen. Denn im Grunde kannte ich den Lovecraft-Mythos damals nur von der Hexer-Reihe von Wolfgang Hohlbein. Aber mir ist aufgefallen, dass es in der Fantasy-Szene und auch bei den Geschichtenwebern viele Liebhaber gab. Also hatte ich vorgeschlagen, etwas in der Richtung zu machen. Die Reaktionen waren damals gespalten, aber es gab genug Mitstreiter, so dass wir das Projekt starten konnten. Bis heute ist die ganze Reihe sehr erfolgreich, manche Geschichten gibt es sogar schon als Comics. Zurzeit läuft die Ausschreibung für den vierten Band, Einsendeschluss ist Ende Mai. Beim dritten Band war ich leider nicht dabei, aber vielleicht schaffe ich es, beim vierten Band etwas einzuschicken.

Gibt es Buchprojekte von dir an denen du momentan arbeitest?  
Mehrere. Ich arbeite zurzeit wieder an einem Projekt der Geschichtenweber, da muss ich noch die Eingaben vom Lektorat verarbeiten. Außerdem bin ich Mitherausgeber für einen Gedichtband des Sternenblick Projekts. Thema sind Haiku, deswegen hatte die Stephanie Mattner mich auch gefragt, ob ich Lust hätte, daran mitzuwirken. Wir sind da gerade bei der finalen Auswahl der einzelnen Gedichte.
Mein nächster, eigener Gedichtband ist auch schon fast fertig, der sollte spätestens im Mai im Handel erscheinen.
Im Mai sollte dann auch ein weiteres Buch von mir erscheinen, eine Sammlung von Grusel- bzw. Horrorgeschichten.
Auch für den Rest des Jahres bin ich quasi schon ausgebucht. Ab Juni fange ich an den zweiten Band der Tunnelwelt-Fantasyreihe zu schreiben. Das Konzept steht schon etwas länger, und ich kann nur sagen, es wird noch krasser und blutiger als im ersten Band. Danach folgt eine Science Fiction Novelle, die mir schon seit 2009 im Kopf herumschwirrt.
Ideen habe ich im Grunde für die nächsten fünf Jahre mindestens.

Wenn du die Idee zu einer neuen Geschichte hast, schreibst du dann einfach darauf los oder planst du die Charaktere und den Verlauf der Geschichte zuerst?
Ich plane schon ein bisschen. Aber meistens im Kopf, teilweise über Monate oder Jahre. Manchmal geht es aber auch ganz schnell. Und irgendwann schreibe ich dann erstmal ein grobes Kapitelraster auf. Dann kommt der eigentliche Text.

Was wünschst du dir als Autor von deinen Lesern bzw. was ist das schönste Kompliment, dass ein Leser dir machen kann? 
Wenn ein Leser mich z.B. fragt, wann es etwas Neues von mir gibt. Leider bin ich nicht der schnellste, wenn es um das Schreiben geht.

Wie verbringst du denn gerne deine Freizeit? Hast du Haustiere oder bist du eher kein Tiermensch? Verbringst du gerne Zeit in der Natur? Sonstige Hobbys? 
Ich bin Hobbyfotograf, wobei ich hauptsächlich analoge Kameras benutze. Die meisten Bilder kann man auf meinem Lomohome sehen.
Dann bastel und bemale ich Tabletop Miniaturen. Zurzeit arbeite ich an meinem eigenen Space Marines Orden.
Außerdem betreibe ich Tanzsport, lateinamerikanisches Tanzen, als Einzelpaar oder auch in der Formation. Hier ist ein Bild von meinem fünfzigsten Formationsturnier vor zwei Jahren:


Ich bin der Typ in der Mitte. Pro Jahr hat man ungefähr fünf Turniere. Fünfzig Turniere sind also eine ganze Menge. Leider gibt es keine Aufnahmen von mir mit meinem aktuellen Team, aber hier bin ich in einem früheren Team 2012. Ich bin der vollschlanke Herr, der am Anfang als erster von links ins Bild kommt: Link zum Video

 Was ist das Lustigste, das dir bisher als Autor passiert ist 
Da fällt mir eigentlich nur eine Sache ein.
Letztes Jahr hatten wir vom Bremer Autorenstammtisch eine eigene Anthologie zusammengestellt, die in der Edition Falkenberg veröffentlicht wurde. Letzten Oktober hatten wir dann in einer Buchhandlung die Premierenlesung, wo jeder beteiligte Autor etwas aus seiner Geschichte lesen sollte. Ich selbst hatte allerdings nur ein Gedicht in der Anthologie geschrieben, das im Buch eine Seite in Anspruch nahm. Ich zerbrach mir also den Kopf, wie ich das Gedicht vortragen könnte, ohne den potentiellen Buchkäufern die Neugierde darauf zu nehmen. Die Idee hatte ich dann erst ein paar Stunden vor der Lesung und zauderte mit mir selbst, ob ich das so machen könnte, und wie das ankommen würde. Als ich dran war bei der Lesung, fing ich erstmal locker an, über das Buch zu erzählen. Und dann sagte ich, würde ich von dem Gedicht nur jedes zweite Wort vorlesen. Selbst diese Ankündigung sorgte schon für ein paar Lacher. Allerdings waren die Gäste wohl vornehmlich der Meinung, das sei ein Scherz gewesen. Als ich das dann durchzog, sorgte ich für Gelächter durch die ganze Buchhandlung. Selbst unsere Verlegerin hatte ich total überrascht. Aber mich selbst auch. Ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass das so humorvoll aufgenommen würde.

Ich habe dich sowohl auf Facebook aber auch auf Twitter gefunden. Gibt es noch andere soziale Medien in denen du als Autor vertreten bist? 
Das wars im Grunde. Ich hab meine Autorenseite auf Facebook, auf Twitter, dann habe ich noch eine extra Facebookseite für meine Tunnelwelt Fantasyreihe,  die Jennifer Jäger von Incendio – Buchmarketing & Autorenberatung für mich erstellt hat. Ich wusste selbst gar nicht, wie viele Stellschrauben und Einstellungsmöglichkeiten es da gibt.

 Findest du, dass es als Autor wichtig ist in sozialen Medien vertreten und aktiv zu sein? Hat es deiner Meinung nach Einfluss auf den Erfolg eines Romans?
Man könnte natürlich auch über klassisches Marketing versuchen, die Leute auf sich aufmerksam zu machen. Das ist aber wesentlich teurer. Was nun effektiver ist, da fehlen mir einfach noch die Erfahrungswerte. Es gibt auch Autoren, die so gut wie überhaupt nicht in sozialen Medien aktiv sind, aber trotzdem erfolgreich sind. Für mich ist das ganze Thema Marketing sehr schwierig, weil ich eher sehr introvertiert bin.

Außerdem habe ich auch noch deine Website gefunden. Sie ist meiner Meinung nach noch relativ klein aber trotzdem spannend gestaltet. Findest du es wichtig deine Website aktuell zu halten oder eher weniger?
Meine Website ist eher sowas wie eine kleine Landing Page. Ich muss da sicherlich auch noch ein paar Inhalte ergänzen. Wer aktuelle Informationen möchte, guckt lieber bei Facebook oder Twitter.

So und zum Abschluss noch eine offene Frage: Gibt es irgendetwas was du mir und den Lesern noch erzählen oder mitteilen möchtest? 
Ich würde die Gelegenheit gerne nutzen, um noch einmal das Sternenblick Projekt vorzustellen. In dem Projekt werden, hauptsächlich über offene Ausschreibungen, wunderschöne Gedichtbände zusammengestellt. Die Einnahmen werden wohltätigen Zwecken gestiftet. Auf der sehr schön gestalteten Website kann man sogar Einblick nehmen in die aktuellen Statistiken, wieviel Geld bisher eingenommen wurde zum Beispiel und wer der nächste Spendenempfänger ist. Dort findet sich auch ein Formular, über das man an der aktuellen Ausschreibung teilnehmen kann. Zurzeit laufen sogar zwei Ausschreibungen, einmal zum Thema „Flamingo“, oder zur Überschrift „Jedem Anfang …“. Teilweise werden auch Kurzgeschichten angenommen, das ist bei jeder Ausschreibung immer ein wenig anders.
Falls Ihr noch mehr über mich wissen möchtet, könnt ihr mir bei Facebook oder Twitter folgen (siehe oben), oder wenn ihr ganz dringende, spezielle Fragen habt, könnt ihr mir auch gerne eine persönliche Email schicken. Ich beiße nicht. ;-)

Auch bei dir bedanke ich mich recht herzlich für das Interview, es war spannend mehr über deine Bücher und Gedichte zu erfahren!












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