Samstag, 29. April 2017

#TaniasDaysofAuthors Interview mit Veronika Serwotka

#TaniasDaysofAuthors: Veronika Serwotka

Auch heute gibts wieder ein Interview mit einer tollen Autorin! Ihr Name ist Veronika Serwotka und sie hat schon einige Bücher veröffentlicht. Heute erzählt sie uns ein bisschen was über sich selbst und ihre Bücher!



Hallo Veronika Danke nochmals, dass ich dich heute interviewen darf! Stell dich doch kurz vor und erzähl uns ein bisschen was über dich!
Hallo ihr Lieben! Ich freue mich total, dass ich an diesem Interview teilnehmen darf – danke dafür Tania!
Ich bin Veronika Serwotka, (noch) Lehramtsstudentin für Biologie und Deutsch, ausgebildete und arbeitende MTAF (Medizinisch-technische Analytikerin der Funktionsdiagnostik), zertifizierte Drehbuchautorin und *Luft hol* Fantasy-Autorin.  Außerdem werde ich dieses Jahr die tollste Frau der Welt heiraten, wir werden endlich in ein eigenes Heim ziehen – Studentenwohnheim wird langsam doof – und einen vierbeinigen Freund in unsere noch kleine Familie einladen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das zu erzählen ist immer wieder gut! Meine Eltern sind aus Polen eingewandert und waren zu meiner Grundschulzeit dementsprechend wenig bewandert in der deutschen Sprache. Als meine Noten in Deutsch immer miserabler wurden – böse Rechtschreibung – hat meine Mutter mich von den PC gesetzt und gesagt, ich solle einfach mal was schreiben. Übung macht bekanntlich den Meister.
Das war für mich total aufregend, damals hatte ja noch nicht jedes Kind seinen eigenen Laptop. Ich habe mich also hingesetzt und mir gesagt, hey, Veronika, du schreibst jetzt ein Buch.
So entstand der erste Band von Ewan.

Gibt es etwas oder jemanden das/der dich beim Schreiben besonders inspiriert oder motiviert?
Meine größte Inspiration war die Geschichte der Ritterin Alanna aus der Reihe von Tamora Pierce. Ein Mädchen, das den Platz mit ihrem Zwillingsbruder tauscht, um sich heimlich am Hofe des Königs zur Ritterin ausbilden zu lassen. Und die am Ende zu einer der besten Schwertkämpferinnen des Landes wird.

Hast du einen Ort an dem du besonders gerne schreibst?
So langweilig es klingt: Meinen Schreibtisch. Ich brauche die unzähligen Karten an der Wand vor mir, um den Überblick nicht zu verlieren.

Gab es ein einschneidendes Erlebnis das dich als Autorin geprägt hat?
Oh, davon gibt es einige. Zum Beispiel war die Zeit des Verlagswechsels vor ein paar Wochen extrem schwer für mich und hat mich einiges über den Markt gelehrt. Auf der anderen Seite habe ich mal ein Interview für ein paar Mädels aus einer 7. Klasse gegeben und dann gemerkt, dass sie totale Ewan-Hippies sind, die noch gar nicht wussten, dass Band 2 käuflich ist. (Ich weiß, einige von ihnen folgen meiner Seite, also Hallo an euch, ihr seid toll!)

Dein aktuellstes Buch „Wyvern“ (ursprünglich verlegt im Talawah Verlag, Neuauflage im Eisermann Verlag) ist der erste Teil einer Fantasy-Trilogie. Wie bist du denn auf die Idee zu dieser Geschichte gekommen?
Das Grundthema dieser Bücher ist quasi Tierquälerei. Damit setzen sich die beiden Brüder Tarik und Quirin ganz besonders auseinander. Ins Fantasy-Genre gesetzt habe ich das Setting, weil mich die Drachenblut-Reihe von Yolan dazu inspiriert hat. Der ganze Rest hat sich beim Schreiben entwickelt.

Gibt es Personen in deinem Roman die an echte Personen, evtl. auch aus deinem näheren Umfeld, angelehnt sind?
Nein, nicht bewusst. Zumindest nicht in den veröffentlichten Romanen.

Ich habe mich auch auf deiner Internetseite umgesehen und doch einige Veröffentlichungen gefunden. Unter anderem auch eine Geschichte die du bereits mit 13 Jahren begonnen hast. Hat deine Leidenschaft zum Schreiben da ihren Ursprung oder reicht diese noch weiter zurück?
Ich habe schon davor immer wieder versucht, etwas zu Schreiben. Per Hand und im Grundschulalter war das aber sehr mühselig, sodass nie wirklich etwas daraus geworden ist. Sobald ich aber an den Computer durfte, war der Bann gebrochen.

Auch Pläne für Band 3 deiner „Ewan-Reihe“ liegen parat, hast du vor diese in den nächsten Jahren zu veröffentlichen oder findest du, dass die Geschichte rund um den jungen Ritter Sir Ewan von Thul einen guten Abschluss mit Band 2 hat?
Band 2 hat sogar einen sehr guten Abschluss, mit dem bisher auch jeder zufrieden war. Pläne für einen weiteren Band beinhalten deshalb einen Zeitsprung von ein paar Jahren, aber so gern ich mit Ewan, Tara und Gwen auf eine weitere Reise gehen würde, wird es in naher Zukunft wohl nichts werden. Dafür habe ich momentan zu viel geplant. Aber so eine Neuauflage der ersten beiden Bände reizt mich schon …

An welchen Buchprojekten arbeitest du denn gerade? Ich kann mir vorstellen, dass du mit Teil 2 von Wyvern doch schon recht weit bist, vielleicht sogar schon fertig? Gibt’s noch andere Projekte an denen du gerade arbeitest?
Tatsächlich ist Wyvern 2 schon seit November fertig. Durch den Verlagswechsel vom Talawah Verlag zum Eisermann Verlag habe ich leider viel Zeit verloren, was die Veröffentlichung betrifft. Band 1 wird bis Mitte Mai neu aufgelegt sein, Teil 2 ist für August grob angeplant. Teil 3 soll dann nicht nochmal so lange auf sich warten lassen, deshalb bin ich eifrig dabei. Allerdings hat gerade ein weiteres Projekt Vorrang, das eine Auftragsarbeit eines anderen Verlages ist. Leider darf ich noch nichts Genaues verraten, aber es wird groß! Außerdem habe ich im Februar innerhalb von 3 Wochen den ersten Teil einer Märchenadaption zu „Gevatter Tod“ geschrieben, das aktuell auf der Suche nach einem Zuhause ist. Es wird ein Doppelband, wobei der erste in sich schon relativ geschlossen ist. Aber ich brenne darauf, auch hier weiter zu machen.

Ich habe aber auch herausgefunden, dass du schon bei zwei Kurzgeschichtensammlungen mitgearbeitet hast. Wie war diese Erfahrung für dich?
Kurzgeschichten finde ich wahnsinnig anspruchsvoll. Auf 1-2, oder auch mal auf mehr, Seiten etwas rüberzubringen, das einen berührt und nicht völlig ratlos zurücklässt, ist echt eine Herausforderung. Aber genau darin liegt auch die Würze einer guten Kurzgeschichte. Inzwischen kommen auch immer mehr Anthologien heraus, die Zusatzgeschichten zu bereits existierenden Romanen sind. Eine interessante Entwicklung. Mal schauen, ob ich in Zukunft daran teilhaben werde.

Wenn du die Idee zu einer neuen Geschichte hast, schreibst du dann einfach darauf los oder planst du die Charaktere und den Verlauf der Geschichte zuerst?
Ich bin inzwischen ein totaler Plotter. Keiner dieser Hardcore-Planer, die alles bis ins Detail ausarbeiten, aber mein Roter Faden muss stehen, die Handlungsstränge sinnvoll miteinander verwoben und die Grundzüge der Charaktere klar sein. Ohne geht nicht, obwohl es total spannend ist zu sehen, in welche Richtung sich eine Geschichte entwickelt, wenn man zu Beginn keine Ahnung von der Reise hat.
 Aber diese Freiheit birgt die Gefahr, dass man im Schreibverlauf merkt, dass man an etwas völlig Anderem arbeitet, als ursprünglich gedacht. Und bevor ich mich in ein riesiges Überarbeitungschaos stürze, plane ich lieber gleich.
Trotzdem lasse ich mir genug offen, um spielen zu können. Außerdem haben Charaktere die Eigenschaft, sowieso irgendwann die Zügel übernehmen zu wollen. Man muss sie schon in ihre Schranken weisen. Aber so, dass sie es nicht merken 😉

Was wünschst du dir als Autorin von deinen Lesern bzw. was ist das schönste Kompliment, das ein Leser dir machen kann?
Es gibt viele sehr schöne Komplimente. Mir zu sagen, dass einem das Buch gefallen hat, aber auch etwas zu kritisieren, was mir zeigt, dass man sich hineinversetzt und die Geschichte begriffen hat. Natürlich sollen meine Figuren unterhalten, aber sie sollen auch etwas im Herzen des Lesers bewegen. Ich sage bewusst Figuren, weil sie es sind, die uns berühren. Deswegen lege ich auch sehr großen Wert darauf, sie auszuarbeiten und ihre Beziehungen und Intentionen nachvollziehbar zu machen.
Aber um mal ein konkretes Beispiel zu nennen: Ich liebe es, wenn man einen Nebencharakter besonders hervorhebt, weil er ein kleiner Rebell ist, dadurch aber der Wahrheit näher kommt, als alle anderen. Hier darf spekuliert werden, um wen es sich handelt, aber wer Wyvern gelesen hat, wird es sofort wissen 😊

Was ist das Lustigste, das dir bisher als Autorin passiert ist?
Einmal ist Bernhard Hennen in eine Lesung von mir reingeplatzt. Er hat Kisten seiner Bücher umhergeschleppt und derart viele Leute um sich, dass ich unterbrechen musste. Danach kam er zu mir, um sich zu entschuldigen und mir zu versprechen, bei der nächsten Lesung  als Zuhörer dabei zu sein. 

Du bist sowohl in den sozialen Medien sehr breit aufgestellt, aber auch allgemein bist du im Internet mit deiner Seite sehr gut ausgerüstet. Wie wichtig ist dir eine gewisse Präsenz bei Facebook, Twitter & Co? 
Wenn man als Schriftsteller durchstarten und einen guten Eindruck bei Verlagen, Medien und Agenturen machen möchte, sollte man meiner Meinung nach schon in eine ordentliche Homepage investieren. Ich habe über die Jahre hinweg die Erfahrung gemacht, dass besonders Veranstalter wenig auf Facebook geben, sondern sich an der Homepage orientieren. Ich bemühe mich, sie immer aktuell zu halten, aber es ist aufwändig und gelingt mir nicht immer.
Da ist es gut, auch ein Facebook-Profil zu haben, wo es wesentlich einfacher ist, seine Leser auf aktuellem Stand zu halten. Außerdem macht die Interaktion total Spaß, ich bekomme tolles Feedback und man kann schöne Aktionen planen.
Wichtig ist Internetpräsenz auf jeden Fall, das ist nicht zu leugnen. Allerdings ist es wahnsinnig zeitraubend und manchmal auch richtig frustrierend, wenn man dafür weniger zum Schreiben kommt. Aber so ist es nun mal, wenn man nicht völlig untergehen und für sich im stillen Kämmerlein schreiben will. Diesen Luxus kann man sich später gönnen, wenn man ein internationaler Bestseller-Autor ist 😉

Findest du, dass es als Autorin wichtig ist in sozialen Medien vertreten und aktiv zu sein? Hat es deiner Meinung nach Einfluss auf den Erfolg eines Romans oder einer Geschichte?
Im Kleinverlag zu sein bedeutet, nicht in der Buchhandlung auszuliegen. Von daher sind soziale Medien eine extrem wichtige Werbeplattform. Wie sehr der Erfolg eines Romans schlussendlich davon abhängt, ob man fünf Posts pro Woche auf Facebook macht, oder zehn, oder eine kostenpflichtige Werbeanzeige erstellt, weiß ich nicht. Es gibt ja ganze Studien dazu. Ich mache einfach das, was ich schaffe und hoffe eben, dass es zum Erfolg beiträgt.

So und zum Abschluss noch eine offene Frage: Gibt es irgendetwas was du mir und den Lesern noch erzählen oder mitteilen möchtest?
Habt Spaß am Lesen und schreibt Rezis! Rezis helfen einem Autor besser und/oder bekannter zu werden, vor allem aber erhält er die Bestätigung, dass es da draußen jemanden gibt, der seine Geschichten liest. So viel Spaß das Schreiben auch für sich bereits macht – und manche machen das ausschließlich als Hobby, denen sei es gegönnt – mit einer Rezension wird man als Autor noch viel mehr gepuscht. Und Autoren, die vom Schreiben leben, oder es irgendwann wollen, sind einfach auf Rezensionen angewiesen.

Danke für das Interview liebe Veronika!
Danke dir! <3


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