Samstag, 24. Juni 2017

#TaniasDaysofAuthors Interview mit Christina Matesic [Interview]

#TaniasDaysofAuthors Christina Matesic


Heute gibt es auch wieder ein neues Autoreninterview von mir! Und zwar durfte ich diesmal Christina Matesic einige Fragen stellen! Einige kennen sie eventuell als Autorin von der „Elea“-Reihe oder auch der „Silent Love“-Reihe. Und jetzt geht’s auch schon los, viel Spaß!



Hallo Christina! Danke nochmals, dass ich dich heute interviewen darf! Stell dich doch kurz vor und erzähl uns ein bisschen was über dich! 
Zunächst einmal möchte ich mich auch ganz herzlich bei dir bedanken, dass du dir die Zeit nimmst, mich und meine Leidenschaft für das Schreiben in deinem Blog vorzustellen. Mein Leben ist - vom Schreiben mal abgesehen – völlig unspektakulär.
Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder im Alter von fünfzehn und neun Jahren. Zu unserer Familie gehört noch eine Schildkröte. Wir wohnen in einem kleinen Ort zwischen Mannheim und Heidelberg. Nach meinem Examen zur Diplom-Übersetzerin habe ich zehn Jahre lang in Nachhilfeschulen Englisch, Französisch und Deutsch unterrichtet. Einen Job als Übersetzerin habe ich mit den wenig originellen Sprachen Französisch und Spanisch leider nie an Land ziehen können. In meiner Freizeit gehe ich laufen, höre Musik oder lese. All dies mache ich jedoch nur, wenn mir das Schreiben noch Zeit dafür lässt. Das Schreiben steht nach meiner Familie an oberster Stelle. Ich bin ein absolut häuslicher Typ. Ich bin am liebsten zu Hause. Deshalb verreise ich auch sehr ungern. Mein Lieblingsort ist mein Schreibtisch mit meinem PC, wo ich überallhin reisen kann.

Wie hast du denn zum Schreiben begonnen bzw. wann hast du deine ersten Versuche als Autorin gemacht?  
Ich gehöre zu der Kategorie Autoren, die erst sehr spät mit dem Schreiben begonnen haben oder ihre Leidenschaft dafür finden. In der Schule hasste ich es immer, Aufsätze zu schreiben. Ich hatte immer Angst, nie den Anfang zu finden. Den fand ich dann eigentlich immer, aber dafür fiel es mir schwer, das Ende zu finden. Das sieht man auch noch heute an der Länge meiner Romane. Sie sind von „epischer“ Länge.
Die Idee zum Schreiben kam mir 2011, da war ich 42 Jahre alt. Ich befand mich gerade, in einer Phase, wo ich nicht so recht wusste, was ich mit mir anfangen sollte. Nach der Geburt meines Sohnes 2008 wollte ich nicht mehr in den Nachhilfejob zurückkehren. Gelesen habe ich schon immer sehr viel, hauptsächlich im Fantasy-Genre. Über Nacht kam mir dann die Idee, eine Fantasygeschichte zu schreiben. Die Idee zu dem Buch war fast zur gleichen Zeit geboren. So entstand schließlich mein Debütroman „Elea: Die Träne des Drachen“. Es war der erste von vier Bänden einer High-Fantasy-Reihe.

Gibt es etwas oder jemanden das/der dich beim Schreiben besonders inspiriert oder motiviert? 
Diese Frage muss ich entschieden verneinen. Es gibt niemand in der Familie, der mich inspiriert. Alle Ideen stammen aus meiner Gedankenschmiede. Das Einzige, was mich inspiriert ist Musik. Ich brauche auch niemand, der mich motiviert, im Gegenteil. Meine Familie beschwert sich eher, dass ich viel zu sehr in der Welt meiner Bücher versunken bin. Schon nach ein oder zwei Tagen ohne schreiben werde ich nervös und rastlos.

Hast du einen Ort an dem du besonders gerne schreibst?
Ich schreibe eigentlich am liebsten an meinem Schreibtisch, der direkt vor dem Fenster im Schlafzimmer steht.

Gab es ein einschneidendes Erlebnis das dich als Autorin geprägt hat?
Das gab es tatsächlich. Als ich Elea 1, also mein erstes Buch schrieb, da steckte ich vor Aufregung voller Adrenalin und habe sogar in die Nächte hineingeschrieben. Ich hatte innerhalb von sechs Monaten fast 1000 Seiten geschrieben. Ich war davon überzeugt, dass die Buchidee genial war. Allerdings war ich mir natürlich nicht sicher, ob ich auch ausreichende schriftstellerische Qualitäten besaß. Dennoch war ich so enthusiastisch und begann, mich bei alle in Frage kommenden Verlagen zu bewerben. Es kamen jedoch nur Absagen ohne Erklärungen. Allerdings hatte ich bei einem kleinen Verlag das Glück, dass eine Lektorin ebenfalls von meiner Idee überzeugt war. Sie gab mir ein paar Tipps, wie ich meinen Schreibstil verbessern konnte. Daraufhin überarbeitete ich nochmals das gesamte Manuskript und bewarb mich dann nochmals. Einen Verlag fand ich zwar wieder nicht für mein Buchbaby, aber im Nachhinein hat mich die Überarbeitung enorm in meiner Entwicklung als Schriftstellerin weitergebracht.

Ich habe bei meiner Recherche herausgefunden, dass du als Selfpublisher veröffentlichst, was ja schon ziemlich mutig und bestimmt nicht immer einfach ist! Wieso hast du dich für diesen Schritt entschieden?
Dieser Schritt ist einfach aus der Not heraus, aber auch aus Frust entstanden. Ich stieß auf neobooks, dort lud ich Elea 1 hoch und ließ es in allen gängigen online-Shops zum Verkauf anbieten. Mit Elea 2 verfuhr ich dann noch auf dieselbe Weise. Mein Selbstvertrauen war dann irgendwann groß genug, dass ich mich von neobooks trennte und die Bücher sowie alle weiteren nun selbst veröffentliche.

Wie fühlt es sich dann an, wenn dein Buchbaby endlich in die Welt entlassen wird und du das erste Feedback zur Geschichte bekommst? 
Es lässt sich kaum beschreiben, wie aufregend das ist. Ich wünschte, ich würde im Jahr mehr als ein Buch schaffen. Bei „Elea“ ist das aber nicht drin. Bei modernen Liebesromanen würde ich vielleicht mehr als ein Buch schaffen. Jedenfalls befindet man sich, wenn die Veröffentlichung eines Buches ansteht im absoluten Ausnahmezustand, und zwar schon Tage vor dem Termin. Ich kann kaum schlafen. Meine Gedanken sind nur bei dem Buch und dem anstehenden großen Tag. Und wenn dann der Upload bei Amazon geschafft ist, dann hänge ich die ganze Zeit am Bildschirm und verfolge den Bestseller Rang und die Verkaufszahlen. Wenn sich dann diese erste Aufregung etwas gelegt, beginnt die Zeit, in der man den ersten Rezensionen entgegenfiebert. Allem in allem ist die Veröffentlichung eines Buches mit das Spannendste und Aufregendste, was ich jemals erlebt habe.

Deine „Elea“-Reihe gehört ja ins Genre Fantasy. Liest du auch gerne Fantasy Bücher bzw. was ist dein Lieblingsbuch in diesem Genre?
Bis vor einem Jahr habe fast ausschließlich nur Fantasy gelesen. Mein absolutes Fantasy-Highlight ist „Der Kuss des Kjer“ von Lynn Raven. Dieses Buch hat mich auch zu „Elea“ inspiriert. Mein Lesegeschmack hat sich allerdings die letzten Monate etwas geändert. Im Moment lese ich eigentlich nur noch Liebesromane. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich vor dem Schreiben des finalen vierten Bands von „Elea“ meinen zweiteiligen Liebesroman einschieben musste.

Du schreibst aber nicht nur „Fantasy“ denn deine Reihe „Silent Love“ gehört definitiv nicht dahin! Laut Amazon gehört es eher in die Richtung „Romantische Thriller“ / “Dramatik“ und „Krimis & Thriller“. Gibt es für dich ein eindeutiges Genre in das diese Reihe gehört oder findest du es passt in mehrere?
Also die Kategorisierung bei Amazon ist eine Wissenschaft für sich. Es fängt schon damit an, dass Amazon bei E-Books und Prints mit unterschiedlichen Benennungen arbeitet. Die Oberkategorie ist „Liebesromane“ sowohl bei E-Books als auch bei Prints.  „Krimis & Thriller“ bei Büchern trifft es nun nicht wirklich. Daher ließ ich „Silent Love“ auch noch bei „Dramatik“ listen. Bei E-Books wird es dann noch unter „Romantische Thriller“ und „Mystery & Spannung“ gelistet, was ich beides passend finde.

Gibt es aktuelle „Buchprojekte“ an denen du gerade arbeitest? 
Ich schreibe gerade an dem finalen vierten Band von „Elea“.

Wenn du die Idee zu einer neuen Geschichte hast, schreibst du dann einfach darauf los oder planst du die Charaktere und den Verlauf der Geschichte zuerst?
Ich plane nur im Kopf und halte allenfalls die dramaturgischen Highlights schriftlich fest. Alles andere, was dazwischen an Handlung passiert oder die Entwicklung der Charaktere betrifft, entsteht beim Schreiben. So gesehen, kann man durchaus behaupten, dass ich einfach drauf los schreibe.

Was ist für dich als Autorin das größte Kompliment von Lesern?
Es gibt eigentlich zwei: Das erste unglaublich tolle Kompliment ist, wenn mir Leserinnen schreiben, dass es mir gelungen ist, sie zum Lachen und zum Weinen zu bringen, vor allem aber zum Weinen, weil eine solche emotionale Regung bei jemandem auszulösen, nicht einfach ist. Das zweite Kompliment, was mich wirklich umhaut, ist, dass ich es mit meinem Geschreibsel tatsächlich bei manchen Lesern schaffe, dass sie meine Bücher mehr als einmal lesen.

Ich habe auf Facebook ein bisschen gestöbert und habe herausgefunden, dass du keine Autorenseite hast, sondern eher mit deinem privaten Profil arbeitest. Hast du schon einmal über eine eigene Seite nachgedacht oder kommt es für dich nicht in Frage?  
Da irrst du dich. Ich habe zwar keine ausgesprochene Autorenseite, aber dafür habe ich für jede Reihe eine eigene Buchseite. https://www.facebook/eleaTetralogie.com und https://www.facebook/SilentLove2016.com. Dies will ich aber ändern, sobald ich die Elea-Reihe abgeschlossen habe. Ich will irgendwie beide Seiten zusammenfassen und eine Autorenseite anlegen, wo ich dann in Zukunft alles zu meinen Buchprojekten gesammtelt kommunizieren kann.

Gibt es ein lustiges Erlebnis, dass dir als Autorin besonders im Kopf geblieben ist?
Ich glaube, da muss ich passen. Da fällt mir leider keines ein.

Welche Art von Werbung für Bücher spricht dich persönlich denn an? 
Wenn du mit Zitaten Textausschnitte oder Leseproben meinst, dann auf jeden Fall diese Art der Werbung. Wenn es dann noch zu der Textstelle passende und die Neugier weckende Fotos gibt, dann bin ich geködert. Das Posten des Klappentextes finde ich auch noch eine gute Methode, auf sein Buch aufmerksam zu machen. Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist, wenn Autoren ihre 5-Sterne-Rezensionen anpreisen. Ich habe mich bisher öffentlich nur mit meinen schlechten Rezensionen auseinandergesetzt.

Findest du, dass es als Autorin wichtig ist, in sozialen Medien vertreten und aktiv zu sein? Hat es deiner Meinung nach Einfluss auf den Erfolg eines Romans? 
Ich denke, dass es in der Regel bei den meisten Autoren den Durchbruch ermöglicht hat. Man sieht es daran, dass der Großteil der etablierten und erfolgreichen Autorinnen auf eine hohe Follower-Zahl bei Facebook blicken kann. Die Wochen vor dem Release wird ordentlich die Werbetrommel gerührt, sodass es diesen Autoren in nicht einmal einem Tag gelingt unter die Top 20 zu kommen, wovon ich natürlich mit meinem Bekanntheitsgrad nur träumen kann. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Ich kenne eine Autorin, die ist bei Amazon auch ohne Facebook ziemlich erfolgreich und kann von ihren Einnahmen aus dem Verkauf ihrer E-Books/TB leben.

So und zum Abschluss noch eine offene Frage: Gibt es irgendetwas was du mir und den Lesern noch erzählen oder mitteilen möchtest?
Ja, da gibt es tatsächlich zwei Dinge, die mir am Herzen liegen. Zum einen möchte ich mich bei meinen treuen Leserinnen bedanken, die mich durch Höhen und Tiefen meiner schriftstellerischen Karriere begleiten, die mich aufbauen und motivieren, wenn ich mal nicht so schnell vorankomme, wie ich es mir wünsche, oder die es nicht müde werden, meine Bücher bei Facebook zu empfehlen. Ohne sie wäre ich tatsächlich nicht da, wo ich jetzt bin.
Und dann wäre da noch das leidliche und nicht aussterbende Thema „Rezensionen“. Ich würde mir wünschen, dass mehr Rezensionen geschrieben werden, und zwar auf der Basis von Eigeninitiative. Ich sage es freiheraus. Ebenso wie ich mich immer schwer damit tue, um Likes für meine Buchseiten zu betteln, bettle ich ungern um Rezensionen. Auch wenn dies für meine Reichweite bei Facebook nicht förderlich ist, sind mir am liebsten die wenigen Likes, die von den Leserinnen ohne Anreiz kommen, einfach deshalb, weil sie aus Überzeugung getätigt werden. Ebenso verhält es sich bei Rezensionen. Bisher bin ich noch nie den Weg gegangen, für meine Bücher Vorableser zu suchen, die dann mit dem ersten Tag der Veröffentlichung eines Buches nach und nach ihre Rezensionen bei Amazon posten. Für mich hat das etwas Unseriöses. Ich weiß aber auch, dass es ohne diesen Schritt nur sehr schwierig ist, an Rezensionen heranzukommen bzw. es ist ein langwieriger Prozess, bis man mal ein paar Rezensionen zu verzeichnen hat. Ich habe mit einem Band meiner Silent Love Reihe nach vier bis fünf Monaten gerade mal so viele Rezensionen gesammelt, wie eine der etablierten Autorinnen an bereits einem oder zwei Tagen bekommt. Ich würde mir wünschen, dass Rezensionen schreiben zu eine Art „Ritual“ bei mehr Lesern werden würde. Man benötigt nicht mehr als fünf Minuten, um seine Gedanken zu einem Buch mit zwei, drei Sätzen kundzutun. Niemand verlangt eine wissenschaftliche Abhandlung. Die wenigsten wissen wahrscheinlich nicht, wie wichtig Rezensionen für uns Autoren sind.

Danke für das Interview liebe Christina!
Gerne und jederzeit wieder. 

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